Hier habe ich einige Infos zum Thema

L - Welse zusammen getragen

 

Woher kommt der Überbegriff  L Welse

München, im Sommer 1988: Arthur Werner, Geschäftsführer der Importfirma Transfish, Rainer Stawikowski, Chefredakteur der Datz und Uli Schliewen, heute Zoologische Staatssammlung München, sitzen im Biergarten einer Pizzeria und überlegen, welche Möglichleiten es gibt, die vielen in nächster Zeit zu erwartenden aquaristisch und wissenschaftlich neuen Harnischwelse vernünftig zu benennen, ohne unsinnige Händlerbezeichnungen erfinden zu müssen. Das einfachste wird sein, so befinden die drei, die einzelnen Formen schlicht durchzunummerieren. Der Gedanke, für jede Unterfamilie einen eigenen Buchstaben zu verwenden ( A für Ancistrinae, H für Hypostominae usw. ) wird schnell verworfen. Noch simpler soll das System sein: "L" steht für "Loricariidae" - die "L-Nummern" sind erfunden.

Schnell setzt sich das System durch. Ob südamerikanische Fänger und Exporteure, amerikanische, asiatische, europäische Importeure, Groß- und Einzelhändler oder letztendlich die "Endverbraucher", also die Aquarianer - wenn es um neue und unbekannte Harnischwelse geht, ist bei ihnen von L - Nummern die Rede.

                                                                                      Datz, L Wels Register
 

Kauf, Eingewöhnung und Gesundheit

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um eine Gruppe von Fischen, die durch eine spezielle Panzerung vor äußeren Einflüssen gut geschützt ist. Ihr Harnisch aus Knochenplatten täuscht aber häufig darüber hinweg, dass sich unter der harten Schale ein weicher Kern verbirgt und dass diese Tiere unter ihnen nicht zusagenden Bedingungen auch anfällig sein können. Die Kenntnis der grundsätzlichen Ansprüche ihrer Pfleglinge sollte deshalb für die Liebhaber von L - Welsen selbstverständlich sein.

Die Pflege von Aquarienfischen beginnt bekanntermaßen mit dem Erwerb der Tiere, und bereits dort gilt es einiges zu beachten, will man sich nicht gleich Probleme ins Haus holen. Gesunde L - Welse zeichnen sich in der Regel durch den Drang aus, sich auch im Händlerbecken zu verstecken, weshalb die kräftigsten Tiere mitunter nicht zu sehen sind. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Fische kräftig gefärbt sind, keine tief liegenden Augen besitzen und relativ ruhig atmen. Ständiges Wedeln mit den paarigen Flossen ist fast immer ein Anzeichen dafür, dass es den Tieren nicht gut geht. Lassen Sie sich vom Verkäufer nach dem heraus fangen sicherheitshalber immer noch ein mal die Bauschseite zeigen, sie zeigt den Ernährungszustand des Tieres. Die Bauchpartie sollte nach außen gewölbt oder gerade sein. Besitzt der Fisch einen eingefallenen Bauch, so sollte man darauf bestehen, ein anderes Exemplar zu bekommen.

Es gibt etwa eine Handvoll von Erkrankungen, die bei Harnischwelsen relativ häufig auftreten. Da bei den meisten Wels - Krankheiten in der Regel in den ersten Tagen nach dem Import eine epidemieartige Ausbreitung erfolgt, sollten sie bereits beim Großhändler während der Quarantänezeit erkannt und behandelt werden. Wenn man es als Aquarianer dann doch noch mit Parasiten wie Oodinium, Glockentierchen, Karpfenläusen usw. zu tun bekommt, ist das in den meisten Fällen ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Tiere erst kürzlich importiert wurden und dass keine oder eine unzureichende Quarantäne stattgefunden hat. Aber selbst nach erfolgter Quarantäne und guter Pflege beim Händler bleibt stets ein Restrisiko, nicht zuletzt aus diesem Grund sollten Sie speziell L - Welse nur beim Händler Ihres Vertrauens erwerben.

 

Was fressen Welse in der Natur

Viele Harnischwelse sind Aufwuchsfresser, die vor allem Grünalgen, aber auch andere, selbst tierlichen Aufwuchs ( Süßwasserschwämme, Insektenlarven usw. ) vor festen Substraten abweiden. Das Saugmaul und die oft in breiten Bändern angeordneten, zahlreichen Raspelzähnchen leisten ihnen dabei gute Dienste. Aber nicht alle Loricariiden sind Aufwuchsfresser, schon der Blick auf die Kieferbezahnung von Pseudacanthicus, Leporacanthius oder Scobinancistrus lässt vermuten, dass diese Gattungen zumindest zusätzlich andere Nahrung verwerten. Möglicherweise nutzen viele Welse in der Natur ohnehin ein viel breiteres Nahrungsspektrum, als oftmals angenommen wird.

 

Ernährung im Aquarium

Leider besitzen Welse immer noch den Ruf die Saubermänner des Aquariums zu sein, und daher auch kein weiteres Futter zu benötigen. Bis zu einem gewissen Grad trifft dies vielleicht auch zu, aber nur wenn die übrigen Aquarienbewohner falsch, das heißt zuviel, gefüttert werden. Dann fällt evtl. genügend für die Welse ab, aber das kann und soll ja nicht das Ziel sein. Speziell in Barschbecken ist es schwierig die Tiere extra, z.B. mit Tabletten, zu füttern, den die Barsche sind oftmals einfach schneller. Hier hilft es die Welse mit Salatgurken oder auch rohen Kartoffeln zu füttern. Am besten geht es mit Hilfe eines Futterhaken, diesen durch die Kartoffelscheibe stechen und eine Angelschnur daran befestigen. So können sie das Futter ins Becken lassen, ohne dafür ins Wasser langen zu müssen, am besten immer regelmäßig und an die gleiche Stelle. Die Welse werden sich sehr bald an ihren Futterplatz gewöhnen und ihre Ration abholen. Diesen Futterhaken erhalten Sie auf Wunsch auch in meinem Zubehörshop (2,50 Euro)

90 % aller verendeten L - Welse sind verhungert, das muss nicht sein und verdirbt dem Pfleger die Lust an diesen schönen und meist auch rel. teuren Tieren.

 

Erfolgreiche Zucht von L - Welsen

Mittlerweile gelingt bei immer mehr Wels Arten auch die Nachzucht im Aquarium. Dies liegt hauptsächlich daran das wir immer mehr über die Bedürfnisse der einzelnen Arten wissen, so ist z.B. der sehr bekannte und begehrte L 46 lange nicht so schwierig zu züchten wie Anfangs vermutet wurde. Heute weiß man das in den frühen Jahren nach der Neuentdeckung und Einführung der ersten Tiere viele davon durch falsche Pflegebedingungen getötet wurden, einfach nur durch die Unwissenheit der Importeure, Zoohändler und auch Käufer. Heute werden speziell bei dieser Art durch das Fang und Ausfuhrverbot nur noch sehr selten Wildfänge angeboten, der ganze Markt wird also mit Nachzuchten abgedeckt. Dies trifft allerdings nur auf einige sehr wenige Arten zu, die meisten Sorten werden noch immer der Natur entnommen, so sind ca. 95 % aller Tiere die Sie in den Zooläden finden noch immer Wildfänge.
Setzen wir mal den guten Ernährungszustand der Tiere und entsprechende Wasserparameter voraus ist es wichtig die richtige Behausung, sprich Höhle anzubieten. Hier sollten sich die Welse aus einigen verschiedenen Formen und Größen die für sie richtige aussuchen können, es muss also ein kleines Überangebot erschaffen werden, auch unterdrückte Tiere brauchen eine Rückzugsmöglichkeit.

Ein entsprechendes Angebot finden Sie in meinem Zubehörshop.

 

Hier eine Übersicht der Nahrungsbedürfnisse der verschiedenen Gattungen

Gattung

Ernährung in der Natur und im Aquarium

Acanthicus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Aphanotorulus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen

Ancistomus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Ancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Baryancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Chaetostoma


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Cochliodon


Holzfresser: weiches Holz, Pflanzenkost, Tabletten, Pellets

Dekeyseria


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Dolichancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Glyptoperichthys


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Guyanancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Harttia


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Hemiloricaria


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Hopliancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Hypancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, Muschelfleisch, Pflanzenkost, weiches Holz

Hypostomus


Aufwuchs- bis Allesfresser; pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Megalancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, Muschelfleisch, weiches Holz

Lasiancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Leporacanthicus


Fleischfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, Schnecken, Muschel- und Fischfleisch

Liposarcus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Lithoxancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Lithoxus


Insektenfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton

Loricaria


Fleischfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen,

Oligancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Panaqolus


Holzfresser: weiches Holz, Pflanzenkost, Tabletten, Pellets

Panaque


Holzfresser: weiches Holz, Pflanzenkost, Tabletten, Pellets

Parancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Peckoltia


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Pseudacanthicus


Fleischfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, Muschel- und Fischfleisch

Pseudancistrus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Pseudolithoxus


Aufwuchsfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Pseudorinelepis


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, weiches Holz

Scobinancistrus


Fleischfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen, Schnecken, Muschel- und Fischfleisch

Sophiancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Spectracanthicus


Fleischfresser: Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, Garnelen

Squaliforma


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz

Zonancistrus


Allesfresser: Pflanzenkost, Tabletten, Pellets, Insektenlarven, Zooplankton, weiches Holz